Ratgeber · Krankheit

MPU wegen Krankheit: Wenn die Gesundheit die Fahreignung infrage stellt

Nicht nur Alkohol, Drogen oder Punkte können den Führerschein kosten. Auch körperliche oder psychische Erkrankungen können Zweifel an der Fahreignung wecken. Hier erkläre ich, wann ein ärztliches Gutachten oder eine MPU verlangt wird und wie Sie sich vorbereiten.

Von Kinga Lohner, B.Sc.-Psychologin und Heilpraktikerin für Psychotherapie

Kurz gesagt

Hat die Fahrerlaubnisbehörde Zweifel an Ihrer Gesundheit, kann sie ein ärztliches Gutachten oder eine MPU anordnen.

Welche Erkrankungen relevant sind, regelt Anlage 4 der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV).

Eine Erkrankung bedeutet nicht automatisch das Ende des Führerscheins – oft geht es um Behandlung, Auflagen und einen verantwortungsvollen Umgang.

Anlass

Ärztliches Gutachten oder MPU?

Gibt es Hinweise, dass eine Erkrankung Ihre Fahreignung beeinträchtigt, verlangt die Fahrerlaubnisbehörde zunächst oft ein Gutachten einer Fachärztin oder eines Facharztes (§ 11 Abs. 2 FeV). Der Führerschein muss dafür nicht vorher entzogen worden sein.

Eine MPU wird angeordnet, wenn zusätzlich psychologische Fragen zu klären sind – etwa ob Sie mit Ihrer Erkrankung verantwortungsvoll umgehen, Medikamente zuverlässig einnehmen oder Warnzeichen erkennen (§ 11 Abs. 3 FeV).

Erkrankungen

Welche Erkrankungen können die Fahreignung beeinträchtigen?

Maßgeblich ist Anlage 4 der FeV. Häufig geht es um eingeschränktes Sehvermögen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit Bewusstseinsstörungen, Diabetes mit schweren Unterzuckerungen, Epilepsie, Schlafstörungen mit starker Tagesmüdigkeit, neurologische und psychische Erkrankungen sowie die Einnahme bestimmter Medikamente.

Entscheidend ist meist nicht die Diagnose allein, sondern ob die Erkrankung gut behandelt ist und Sie sicher fahren können – gegebenenfalls mit Auflagen wie regelmäßigen Kontrollen.

Ablauf

So läuft die MPU wegen Krankheit ab

Die MPU findet an einem Tag bei einer amtlich anerkannten Begutachtungsstelle statt und besteht aus vier Teilen:

1

Anmeldung und Fragebogen – Angaben zu Ihrer Person, Ihrer Erkrankung und Ihrer Behandlung.

2

Medizinische Untersuchung – mit Blick auf Ihre Erkrankung. Bringen Sie Arztbriefe und Befunde mit.

3

Leistungstest – Reaktion, Konzentration und Belastbarkeit am Computer.

4

Psychologisches Gespräch – über Ihren Umgang mit der Erkrankung im Alltag und im Straßenverkehr.

Mehr zum Ablauf der MPU

Ihre Fahreignung wird wegen einer Erkrankung geprüft?

Im Erstgespräch klären wir, welche Unterlagen Sie brauchen und worauf es im Gespräch ankommt.

Vorbereitung

Kann ich trotz meiner Erkrankung wieder fahren?

Oft ja. Viele Menschen fahren mit einer gut eingestellten Erkrankung sicher Auto. Wichtig ist, dass Sie Ihre Erkrankung kennen, Ihre Behandlung nachweisen und erklären können, wie Sie in kritischen Situationen reagieren.

Ich bereite Sie auf das psychologische Gespräch vor und helfe Ihnen, Ihre Unterlagen sinnvoll zusammenzustellen. Die medizinische Beurteilung bleibt dabei bei Ihren Ärztinnen und Ärzten.

Häufige Fragen

Welche Unterlagen sollte ich mitbringen?

Aktuelle Arztbriefe, Befunde und Ihren Medikamentenplan. Je vollständiger Ihre Unterlagen sind, desto besser kann die Begutachtungsstelle Ihren Fall einschätzen.

Ist ein ärztliches Gutachten dasselbe wie eine MPU?

Nein. Das ärztliche Gutachten prüft nur medizinische Fragen. Die MPU umfasst zusätzlich einen Leistungstest und ein psychologisches Gespräch.

Kann die Fahrerlaubnis mit Auflagen erteilt werden?

Ja, das ist möglich – zum Beispiel mit regelmäßigen ärztlichen Kontrollen oder Beschränkungen. Was in Ihrem Fall infrage kommt, entscheidet die Behörde.

Kinga Lohner, MPU-Beraterin

Über die Autorin

Kinga Lohner

B.Sc.-Psychologin und Heilpraktikerin für Psychotherapie. Ich bereite Menschen in meiner Praxis in Regenstauf und online in Einzelsitzungen auf die MPU vor.

Mehr über mich

Sprechen wir über Ihre MPU.

Schreiben Sie mir kurz, warum Sie zur MPU müssen und ob es schon einen Termin gibt. Ich melde mich bei Ihnen.

oder anrufen: 01512 9534547

Kinga Lohner, MPU-Beraterin
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