Ratgeber · Alkohol

Alkohol-MPU: Wann sie droht und wie Sie sich vorbereiten

Wer mit Alkohol am Steuer erwischt wurde, muss oft zur MPU. Hier erkläre ich, ab wann die MPU wegen Alkohol angeordnet wird, was Sie dort erwartet und welche Nachweise wichtig sind.

Von Kinga Lohner, B.Sc.-Psychologin und Heilpraktikerin für Psychotherapie

Kurz gesagt

Ab 1,6 Promille oder bei wiederholten Alkoholverstößen ordnet die Fahrerlaubnisbehörde in der Regel eine MPU an.

Je nach Fall brauchen Sie einen Abstinenznachweis oder Belege für kontrolliertes Trinken.

Entscheidend ist das psychologische Gespräch: Sie müssen erklären können, was sich bei Ihnen verändert hat.

Grenzwerte

Wie viel Alkohol ist am Steuer erlaubt?

Ab 0,5 Promille ist Autofahren eine Ordnungswidrigkeit (§ 24a StVG). Für Fahranfänger in der Probezeit und alle unter 21 Jahren gilt 0,0 Promille (§ 24c StVG).

Wer Ausfallerscheinungen zeigt oder einen Unfall verursacht, kann sich schon ab 0,3 Promille strafbar machen. Ab 1,1 Promille gilt man als absolut fahruntüchtig – dann droht ein Strafverfahren mit Entzug der Fahrerlaubnis.

Anordnung

Ab wann wird eine MPU wegen Alkohol angeordnet?

Die Fahrerlaubnisbehörde verlangt die MPU in der Regel, wenn Sie mit 1,6 Promille oder mehr gefahren sind, wenn Sie wiederholt mit Alkohol im Straßenverkehr aufgefallen sind oder wenn es andere Hinweise auf Alkoholmissbrauch gibt (§ 13 FeV).

In Einzelfällen kann die Behörde eine MPU auch unter 1,6 Promille anordnen. Ob das bei Ihnen der Fall ist, sehen wir an Ihrer Führerscheinakte.

Ablauf

So läuft die Alkohol-MPU ab

Die MPU findet an einem Tag bei einer amtlich anerkannten Begutachtungsstelle statt und besteht aus vier Teilen:

1

Anmeldung und Fragebogen – Angaben zu Ihrer Person, Ihrem Lebenslauf und Ihrem Alkoholkonsum.

2

Medizinische Untersuchung – inklusive Blutwerten wie Leberwerten. Hier legen Sie auch Ihre Abstinenzbelege vor.

3

Leistungstest – Reaktion, Konzentration und Belastbarkeit am Computer.

4

Psychologisches Gespräch – über Ihre Trinkgewohnheiten, die Ursachen und das, was Sie heute anders machen.

Mehr zum Ablauf der MPU

Sie müssen zur Alkohol-MPU?

Im Erstgespräch schauen wir uns Ihre Akte an und klären, welche Nachweise Sie brauchen.

Abstinenz

Muss ich ganz auf Alkohol verzichten?

Nicht immer. Ob Abstinenz nötig ist oder kontrolliertes Trinken reicht, hängt davon ab, wie ausgeprägt Ihr Alkoholkonsum war. Bei Hinweisen auf eine Abhängigkeit wird in der Regel dauerhafte Abstinenz erwartet. Wer kontrolliertes Trinken angibt, muss erklären können, wie er das im Alltag umsetzt – und es mit Laborwerten belegen.

Welche Variante zu Ihnen passt, kläre ich im Erstgespräch. Mehr dazu lesen Sie im Ratgeber zum MPU-Abstinenznachweis.

Häufige Fragen

Was zählt im psychologischen Gespräch?

Ob Sie verstehen, warum es zur Trunkenheitsfahrt kam, und ob Ihre Veränderung stabil ist. Auswendig gelernte Antworten fallen dort schnell auf.

Wann sollte ich mit der Vorbereitung beginnen?

So früh wie möglich – am besten direkt nach dem Führerscheinentzug. Nachweise wie Abstinenzbelege brauchen mehrere Monate Vorlauf.

Kann ich die MPU wiederholen?

Ja. Ein negatives Gutachten müssen Sie der Behörde nicht vorlegen. Sinnvoll ist ein neuer Versuch aber erst, wenn klar ist, woran es beim ersten Mal gelegen hat.

Kinga Lohner, MPU-Beraterin

Über die Autorin

Kinga Lohner

B.Sc.-Psychologin und Heilpraktikerin für Psychotherapie. Ich bereite Menschen in meiner Praxis in Regenstauf und online in Einzelsitzungen auf die MPU vor.

Mehr über mich

Sprechen wir über Ihre MPU.

Schreiben Sie mir kurz, warum Sie zur MPU müssen und ob es schon einen Termin gibt. Ich melde mich bei Ihnen.

oder anrufen: 01512 9534547

Kinga Lohner, MPU-Beraterin
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