Ratgeber · Alkohol

MPU wegen Alkohol: wann sie droht und wie Sie sich vorbereiten

Wer mit Alkohol am Steuer erwischt wurde, muss oft zur MPU. In diesem Leitfaden erkläre ich, ab wann die MPU wegen Alkohol angeordnet wird, was die Gutachter prüfen, wann Sie einen Abstinenznachweis brauchen und wie Sie sich sinnvoll vorbereiten.

Von Kinga Lohner, B.Sc.-Psychologin und Heilpraktikerin für Psychotherapie

Kurz gesagt

Ab 1,6 Promille oder bei wiederholten Alkoholverstößen ordnet die Fahrerlaubnisbehörde in der Regel eine MPU an – in bestimmten Fällen schon ab 1,1 Promille.

Je nach Fall brauchen Sie einen Abstinenznachweis über meist 6 oder 12 Monate oder Belege für einen kontrollierten Umgang mit Alkohol.

Leberwerte werden bei der MPU geprüft, ersetzen aber keinen Abstinenznachweis.

Entscheidend ist das psychologische Gespräch: Sie müssen erklären können, warum es zur Fahrt kam und was sich seitdem verändert hat.

Je früher Sie anfangen, desto weniger Zeit verlieren Sie – Nachweise brauchen Monate Vorlauf.

Grenzwerte

Wie viel Alkohol ist am Steuer erlaubt?

Ab 0,5 Promille ist Autofahren eine Ordnungswidrigkeit (§ 24a StVG) – mit Bußgeld, Punkten in Flensburg und Fahrverbot. Für Fahranfänger in der Probezeit und alle unter 21 Jahren gilt 0,0 Promille (§ 24c StVG).

Ab 0,3 Promille machen Sie sich strafbar, wenn Ausfallerscheinungen dazukommen oder Sie einen Unfall verursachen. Ab 1,1 Promille gelten Sie als absolut fahruntüchtig. Das ist immer eine Straftat (§ 316 StGB) und führt meist zum Entzug der Fahrerlaubnis mit einer Sperrfrist.

Auf dem Fahrrad liegt die Grenze der absoluten Fahruntüchtigkeit bei 1,6 Promille. Auch eine Trunkenheitsfahrt mit dem Fahrrad kann eine MPU nach sich ziehen.

Anordnung

Ab wann wird eine MPU wegen Alkohol angeordnet?

1

1,6 Promille oder mehr – egal ob mit Auto, Motorrad, E-Scooter oder Fahrrad.

2

Wiederholte Verstöße – zwei oder mehr Zuwiderhandlungen im Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss.

3

Hinweise auf Alkoholmissbrauch – etwa wenn Sie trotz eines hohen Werts kaum Ausfallerscheinungen zeigten. Nach einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts von 2021 kann die Behörde dann schon ab 1,1 Promille eine MPU verlangen.

4

Früherer Entzug wegen Alkohol – wenn Ihnen die Fahrerlaubnis schon einmal aus diesem Grund entzogen wurde.

Rechtsgrundlage ist § 13 der Fahrerlaubnis-Verordnung. Was genau in Ihrem Fall gilt, steht in der Führerscheinakte – die sehen wir uns im Erstgespräch gemeinsam an.

Ablauf

So läuft die Alkohol-MPU ab

1

Anmeldung und Fragebogen – Angaben zu Ihrer Person, Ihrem Lebenslauf und Ihrem Alkoholkonsum.

2

Medizinische Untersuchung – inklusive Blutwerten wie Leberwerten. Hier legen Sie auch Ihre Abstinenzbelege vor.

3

Leistungstest – Reaktion, Konzentration und Belastbarkeit am Computer.

4

Psychologisches Gespräch – über Ihre Trinkgewohnheiten, die Ursachen und das, was Sie heute anders machen.

Die Untersuchung findet an einem Tag bei einer amtlich anerkannten Begutachtungsstelle für Fahreignung statt. Das Gutachten bekommen Sie einige Tage bis Wochen später.

Mehr zum Ablauf der MPU

Sie müssen zur Alkohol-MPU?

Im Erstgespräch schauen wir uns Ihre Akte an und klären, welche Nachweise Sie brauchen.

Abstinenz

Abstinenz oder kontrolliertes Trinken?

Die Gutachter orientieren sich an den Beurteilungskriterien für die Fahreignung. Geprüft wird, ob bei Ihnen eher eine Alkoholabhängigkeit, ein Alkoholmissbrauch oder ein weniger ausgeprägtes Problem vorlag.

Bei einer Abhängigkeit oder deutlichen Hinweisen darauf wird in der Regel dauerhafte Abstinenz erwartet – belegt meist über 12 Monate. In anderen Fällen reichen 6 Monate Abstinenz, oder ein dauerhaft deutlich reduzierter, kontrollierter Konsum ist möglich. Auch dann sind Laborbelege sinnvoll.

Wichtig: Der Nachweis muss nach den Vorgaben der Beurteilungskriterien erbracht werden – über ein Kontrollprogramm mit unangekündigten Urinkontrollen oder Haaranalysen. Wie das funktioniert, erkläre ich im Ratgeber zum MPU-Abstinenznachweis.

Leberwerte

Was die Leberwerte zeigen – und was nicht

Bei der medizinischen Untersuchung werden meist Leberwerte wie GGT, GOT und GPT bestimmt, oft auch das CDT. Erhöhte Werte können auf regelmäßig hohen Alkoholkonsum hindeuten und werfen im Gespräch Fragen auf.

Normale Leberwerte beweisen aber keine Abstinenz. Dafür braucht es das Kontrollprogramm. Mehr dazu im Ratgeber Leberwerte und MPU.

Gespräch

Was im psychologischen Gespräch zählt

Das Gespräch dauert meist etwa eine Stunde. Die Gutachterin oder der Gutachter fragt nach Ihrem früheren Trinkverhalten, nach den Gründen dafür, nach Ihrer Veränderung und danach, wie Sie einen Rückfall vermeiden.

Geprüft wird, ob Ihre Schilderung schlüssig und ehrlich ist und zu Ihren Nachweisen und zur Akte passt. Typische Fragen sind: Wie viel haben Sie vor der Fahrt getrunken? Seit wann haben Sie so getrunken? Was ist heute anders – und woran merken Sie das im Alltag?

Fehler

Typische Fehler bei der Alkohol-MPU

1

Zu spät mit den Nachweisen beginnen – dann verschiebt sich der früheste MPU-Termin um Monate.

2

Trinkmengen kleinreden – die Werte in der Akte sprechen dagegen, und die Glaubwürdigkeit leidet.

3

Auswendig gelernte Antworten – sie fallen im Gespräch schnell auf, weil Nachfragen kommen.

4

Ohne Vorbereitung zur MPU – das Gespräch ist für viele der schwierigste Teil.

Vorbereitung

Wie ich Sie auf die Alkohol-MPU vorbereite

In Einzelsitzungen – in meiner Praxis in Regenstauf oder online per Video – sehen wir uns zuerst Ihre Akte an und planen die Nachweise so, dass sie zu Ihrem MPU-Termin passen. Auf Wunsch melde ich Sie zum Alkoholscreening an.

Danach arbeiten wir an den Ursachen und an Ihrer Veränderung und üben das Gespräch mit den Fragen, die Sie erwarten. Die Vorbereitung ist auch auf Rumänisch oder Ungarisch möglich.

Zum MPU-Vorbereitungskurs

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Sperrfrist nach einer Trunkenheitsfahrt?

Die Sperrfrist legt das Gericht fest. Sie beträgt zwischen sechs Monaten und fünf Jahren, in schweren Fällen kann sie auch länger sein. Bei einer ersten Trunkenheitsfahrt liegt sie oft im Bereich von einigen Monaten bis etwa einem Jahr.

Wann kann ich die Neuerteilung beantragen?

Den Antrag stellen Sie bei der Fahrerlaubnisbehörde, sinnvollerweise einige Monate vor dem Ende der Sperrfrist, weil die Bearbeitung dauert. Fragen Sie bei Ihrer Behörde nach, ab wann sie Anträge annimmt.

Was zählt im psychologischen Gespräch?

Ob Sie verstehen, warum es zur Trunkenheitsfahrt kam, und ob Ihre Veränderung stabil ist. Auswendig gelernte Antworten fallen dort schnell auf.

Wann sollte ich mit der Vorbereitung beginnen?

So früh wie möglich – am besten direkt nach dem Führerscheinentzug. Nachweise wie Abstinenzbelege brauchen mehrere Monate Vorlauf.

Kann ich die MPU auf Rumänisch oder Ungarisch machen?

Die MPU findet auf Deutsch statt, auf Wunsch mit Dolmetscher. Die Vorbereitung biete ich auch auf Rumänisch und Ungarisch an.

Kinga Lohner, MPU-Beraterin

Über die Autorin

Kinga Lohner

B.Sc.-Psychologin und Heilpraktikerin für Psychotherapie. Ich bereite Menschen in meiner Praxis in Regenstauf und online in Einzelsitzungen auf die MPU vor.

Mehr über mich

Sprechen wir über Ihre MPU.

Schreiben Sie mir kurz, warum Sie zur MPU müssen und ob es schon einen Termin gibt. Ich melde mich bei Ihnen.

oder anrufen: 01512 9534547

Kinga Lohner, MPU-Beraterin
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