Ratgeber · Drogen
Drogen-MPU: Was auf Sie zukommt und was Sie nachweisen müssen
Wer unter Drogeneinfluss gefahren ist oder bei wem regelmäßiger Konsum bekannt wird, verliert oft den Führerschein. Für die Neuerteilung verlangt die Behörde meist eine MPU. Hier erkläre ich, worauf es dabei ankommt.
Von Kinga Lohner, B.Sc.-Psychologin und Heilpraktikerin für Psychotherapie
Kurz gesagt
Bei harten Drogen wie Kokain, Amphetamin oder Heroin kann schon der einmalige Konsum reichen, damit die Fahrerlaubnis entzogen wird.
Für die MPU brauchen Sie in der Regel einen lückenlosen Abstinenznachweis – meist über sechs oder zwölf Monate.
Für Cannabis gelten seit April 2024 eigene Regeln. Welche Nachweise Sie brauchen, hängt vom Einzelfall ab.
Anlass
Wann wird eine MPU wegen Drogen angeordnet?
Die Fahrerlaubnisbehörde prüft Ihre Fahreignung, wenn Sie unter Drogeneinfluss am Steuer aufgefallen sind oder wenn bekannt wird, dass Sie illegale Drogen konsumieren (§ 14 FeV). Bei sogenannten harten Drogen kann schon der einmalige Konsum genügen, um die Fahrerlaubnis zu entziehen.
Für Cannabis gilt seit dem 1. April 2024 ein eigener Rahmen (§ 13a FeV): Eine MPU wird vor allem verlangt, wenn Hinweise auf Missbrauch bestehen oder wenn Sie wiederholt unter Cannabiseinfluss gefahren sind.
Nachweisbarkeit
Wie lange lassen sich Drogen nachweisen?
Das hängt von der Substanz und der Probe ab. Im Urin lassen sich viele Drogen einige Tage nachweisen, bei regelmäßigem Cannabiskonsum auch deutlich länger. Eine Haarprobe zeigt den Konsum der letzten Monate – grob gilt ein Zentimeter Haar pro Monat.
Deshalb arbeiten Abstinenzprogramme mit unangekündigten Urinkontrollen oder regelmäßigen Haaranalysen in einem dafür akkreditierten Labor.
Ablauf
So läuft die Drogen-MPU ab
Die MPU findet an einem Tag bei einer amtlich anerkannten Begutachtungsstelle statt und besteht aus vier Teilen:
1
Anmeldung und Fragebogen – Angaben zu Ihrer Person, Ihrem Lebenslauf und Ihrer Konsumgeschichte.
2
Medizinische Untersuchung – mit Drogenscreening. Hier legen Sie auch Ihre Abstinenzbelege vor.
3
Leistungstest – Reaktion, Konzentration und Belastbarkeit am Computer.
4
Psychologisches Gespräch – über Ihren früheren Konsum, die Gründe dafür und wie Sie heute ohne Drogen leben.
Sie müssen zur Drogen-MPU?
Im Erstgespräch klären wir, welcher Abstinenznachweis in Ihrem Fall nötig ist und wann Sie damit beginnen sollten.
Gespräch
Warum das psychologische Gespräch so wichtig ist
Viele unterschätzen diesen Teil. Gute Vorsätze reichen nicht: Die Gutachterin oder der Gutachter will verstehen, wie es zum Konsum kam, welche Rolle Freundeskreis, Arbeit und Familie gespielt haben und warum ein Rückfall heute unwahrscheinlich ist.
Genau das erarbeiten wir in der Vorbereitung – ehrlich und in Ihren eigenen Worten. Mehr zu den Nachweisen lesen Sie im Ratgeber zum MPU-Abstinenznachweis.
Häufige Fragen
Wer darf den Abstinenznachweis ausstellen?
Nur dafür zugelassene Stellen, zum Beispiel Begutachtungsstellen oder entsprechend qualifizierte Ärztinnen und Ärzte, mit einem akkreditierten Labor. Belege ohne offizielles Kontrollprogramm werden in der Regel nicht anerkannt.
Muss ich vor der MPU komplett abstinent sein?
Bei harten Drogen ja. Bei Cannabis kommt es auf Ihren Fall an – das klären wir im Erstgespräch.
Wann sollte ich mit der Vorbereitung beginnen?
Am besten sofort. Ein Abstinenzprogramm muss lückenlos laufen, ein verpasster Termin kann den ganzen Nachweis gefährden.
Über die Autorin
Kinga Lohner
B.Sc.-Psychologin und Heilpraktikerin für Psychotherapie. Ich bereite Menschen in meiner Praxis in Regenstauf und online in Einzelsitzungen auf die MPU vor.
Sprechen wir über Ihre MPU.
Schreiben Sie mir kurz, warum Sie zur MPU müssen und ob es schon einen Termin gibt. Ich melde mich bei Ihnen.
